Unsere Haltung: Frieden statt Aufrüstung
Die Partei DIE LINKE positioniert sich als konsequente Friedenspartei in Deutschland. Wir lehnen den Kurs massiver Aufrüstung, Auslandseinsätze der Bundeswehr und eine zunehmende Militarisierung der Gesellschaft entschieden ab. Für uns ist klar: Frieden entsteht nicht durch Waffen, sondern durch Abrüstung, Diplomatie und soziale Gerechtigkeit.
Abrüstung statt Hochrüstung
Die Bundesregierung will mit 100 Milliarden Euro ein sogenanntes „Sondervermögen Bundeswehr“ finanzieren. Wir sagen: Dieses Geld wird im Gesundheitswesen, in Schulen, im sozialen Wohnungsbau und beim Klimaschutz gebraucht – nicht für neue Panzer und Kampfjets. Sicherheit gibt es nur mit starker öffentlicher Daseinsvorsorge, nicht mit Aufrüstung.
Waffenexporte stoppen
Deutschland gehört zu den größten Waffenexporteuren weltweit. Deutsche Rüstungsgüter landen immer wieder in Krisen- und Kriegsgebieten und verlängern dort das Leid. Wir fordern daher: Keine Waffenexporte! Stattdessen wollen wir eine Konversion der Rüstungsindustrie, also die Umstellung auf zivile Produktion. So bleiben Arbeitsplätze erhalten, ohne dass Profit aus Krieg gemacht wird.
Diplomatie stärken, Konflikte friedlich lösen
Anstelle militärischer Interventionen setzen wir auf internationale Zusammenarbeit und zivile Konfliktbearbeitung. Dazu gehören:
Waffenstillstände und Friedensverhandlungen in aktuellen Kriegen,
die Stärkung der Vereinten Nationen und des Völkerrechts,
Investitionen in zivile Krisenprävention und Konfliktmediation.
Für uns bedeutet Frieden mehr als die Abwesenheit von Krieg. Frieden heißt: eine gerechte und solidarische Weltordnung schaffen.
Sicherheit neu denken
Wir wollen eine europäische Sicherheitsarchitektur, die nicht auf Blockkonfrontation und Abschreckung setzt, sondern auf Kooperation, Abrüstung und Vertrauen. Die NATO steht für militärische Aufrüstungsspiralen – wir setzen auf ein Europa, das Sicherheit gemeinsam gestaltet und Feindbilder überwindet.
Soziale Sicherheit ist Friedenspolitik
Konflikte entstehen oft aus Armut, Ungleichheit und Perspektivlosigkeit. Deshalb ist für uns klar: Investitionen in soziale Sicherheit sind Investitionen in Frieden. Wer Bildung, Gesundheit und Klimaschutz stärkt, entzieht Gewalt und Unsicherheit den Nährboden.
Nein zur Militarisierung der Gesellschaft
Wir lehnen jede Militarisierung im Alltag ab. Dazu gehört: keine Bundeswehr-Werbung an Schulen, Universitäten oder Jobmessen, keine Wiedereinführung der Wehrpflicht und keine Normalisierung von Krieg in Politik und Medien. Stattdessen setzen wir auf eine Kultur der Friedensbildung, die jungen Menschen zeigt, wie Konflikte gewaltfrei gelöst werden können.
WERDE AKTIV!
Unterstütze unsere Forderung: Keine 100 Milliarden für Aufrüstung – investieren wir in Gesundheit, Bildung, Klimaschutz und soziale Sicherheit.
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Warum Frieden mit Waffen nicht funktioniert
Deutschland gibt bereits Milliarden für Rüstung aus – trotzdem werden Konflikte nicht gelöst.
Friedensverhandlungen sind erfolgreicher als militärische Interventionen.
Rüstungsexporte befeuern Gewalt, anstatt sie einzudämmen.
Gewaltfreie Bewegungen haben historisch mehr als doppelt so oft Erfolg wie bewaffnete Aufstände (53 % vs. 23 %).
Friedensprozesse mit Beteiligung von Frauen sind stabiler und inklusiver.
ARGUMENTE STATT MYTHEN!
Lade den Faktencheck „Mythen der Militarisierung“ herunter und nutze ihn für Diskussionen und Veranstaltungen.
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Wehrpflicht verweigern – Dein Recht
Wer den Dienst an der Waffe ablehnt, hat das Recht, die Wehrpflicht zu verweigern.
Kurzüberblick
Ohne Musterung wird kein Antrag anerkannt (§ 2 Abs. 6 KDV-Gesetz).
Antrag schriftlich stellen („Hiermit verweigere ich den Kriegsdienst aus Gewissensgründen …“).
Persönliche Begründung in Ich-Form verfassen.
Tabellarischen Lebenslauf beifügen.
Alles per Einschreiben an das zuständige Karrierecenter schicken.
Danach prüft das BAFzA und entscheidet über Anerkennung, Nachfrage oder Ablehnung. Widerspruch ist möglich.
ℹ️ Ausführliche Schritt-für-Schritt-Anleitung findest du direkt bei der Deutschen Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK):
➡ Zur KDV-Seite der DFG-VK
Auswirkungen der Wehrpflicht auf die Generationen
Die Wehrpflicht würde nicht nur junge Menschen direkt betreffen, sondern hätte auch weitreichende Folgen für ältere Generationen.
| Bereich | Junge Menschen | Ältere Menschen (Rentner*innen, Gesellschaft) |
|---|---|---|
| Ökonomische Folgen | Junge Menschen würden später ins Berufsleben starten. Dies stellt einen erheblichen Eingriff in die persönliche Lebensplanung dar. Zudem sinkt, laut ifo-Institut, die Wirtschaftsleistung um bis zu 1,6 % (ca. 70 Mrd. € pro Jahr). | Milliardenkosten für Rekruten, also die Umsetzung der Wehrpflicht, würden den Staatshaushalt stark belasten. Diese Mittel fehlen dann unter anderem für Renten, Bildung Gesundheit und Pflege. |
| Bildung & Karriere | Studium, Ausbildung und Praktika müssen verschoben werden, Berufseinstieg und Karriereplanung verzögern sich für viele junge Menschen. | Späterer Berufseinstieg verschärft den Fachkräftemangel – gerade in Bereichen wie Pflege und sozialen Dienstleistungen, die vor allem ältere Menschen direkt betreffen. |
| Soziale Gerechtigkeit | Nicht alle jungen Menschen sind gleich betroffen: Wer gesundheitlich ausgemustert wieder oder besser gestellt kann sich leichter entziehen. Zugleich sind somit weniger gut situierte Jugendliche stärker belastet. | Es entsteht ein Generationengefälle: Viele Ältere unterstützen die Wehrpflicht, sind aber selbst nicht mehr betroffen. Dies kann zu Spannungen führen, weil Jüngere den Eindruck haben, „für die Alten“ dienen zu müssen. |
| Psychische Belastung | Der Zwang zum Dienst, militärische Ausbildung und die Aussicht auf Auslandseinsätze können bei vielen jungen Menschen Stress, Angst und Gewissenskonflikte auslösen. | Ältere Generationen erleben, dass die Gesellschaft polarisiert wird: Während viele Ältere Sicherheit militärisch verstehen, richten Jüngere ihr Denken stärker auf Frieden, Klimaschutz und globale Gerechtigkeit. |
| Gesellschaft & Demokratie | Viele junge Menschen empfinden eine Pflicht zum Militärdienst als Einschränkung ihrer Freiheit. Das damit einhergehende Gefühl von Benachteiligung kann Politikverdrossenheit fördern und zu | Das Verhältnis zwischen den Generationen kann sich verschlechtern, wenn Ältere die Wehrpflicht einfordern, während die Jüngeren sie ablehnen. Das Vertrauen in Politik und gesellschaftliche Solidarität könnte sinken. |
| Frieden statt Gewalt | Gewaltfreie Bewegungen hatten historisch doppelt so oft Erfolg wie bewaffnete Aufstände. Ohne die negativen Auswirkungen auf das eigene Leben, die Wirtschaft und die Gesellschaft. | Nachhaltiger Frieden entsteht durch zivile Konfliktberatung, Diplomatie und soziale Sicherheit. Für ältere Generationen bedeutet dies weniger finanzielle Belastung und langfristig mehr Stabilität als durch militärische Zwangsdienste. |
BEZIEH POSITION!
Engagiere dich gegen eine Wiedereinführung der Wehrpflicht und für eine gerechte Friedenspolitik.
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Quellen
DIE LINKE: Gegen den Aufrüstungswahn der Großen Koalition
https://www.die-linke.de/themen/frieden/news/gegen-den-aufruestungswahn-der-grossen-koalition/Ohne Rüstung Leben: Faktencheck „Mythen der Militarisierung“
https://www.ohne-ruestung-leben.de/mitmachen/faktencheck-mythen-der-militarisierung.htmlSicherheit neu denken: Europa-Szenario 2040
https://www.sicherheitneudenken.de/europa-szenario/Friedensbildung BW: Chenoweth & Stephan (2012) Studie
https://www.friedensbildung-bw.de/fileadmin/friedensbildung-bw/redaktion/Aktuelles/Langfassung-Studie-Chenoweth_Stephan_Aug.2012.pdfGIZ: Starke Frauen für langanhaltenden Frieden
https://www.giz.de/de/downloads/giz2020_de_factsheet_starke_frauen_fuer_langanhaltenden_frieden.pdfKDV / DFG-VK: Infos zur Kriegsdienstverweigerung
https://kdv.dfg-vk.de/nicht-gemustert/KDV-Antrag Grafik
https://kdv.dfg-vk.de/wp-content/uploads/sites/55/2025/08/KDV-Antrag-Ungediente-Grafik-2-590x1024.pngifo Institut: Kosten der Wehrpflicht
https://www.ifo.de/pressemitteilung/2024-07-10/wiedereinfuehrung-der-wehrpflichtBundesfinanzministerium: ifo-Kurzexpertise Wehrpflicht
www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Downloads/Oeffentliche-Finanzen/Studien-Kurzexpertisen/ifo-studie-kosten-wiedereinfuehrung-wehrpflicht.pdfTelepolis: Die 3,5-%-Regel
https://www.telepolis.de/features/Erfolgreicher-gewaltloser-Widerstand-Die-3-5-Prozent-Regel-10308594.html
